Alles über den Zahn
Vieles über Zahnmedizin
Praxis
Behandler
Minden und Umgebung
Links
Dr. Maria Th. & Dr. Ulrich Koberg & Dennis Beckre, Zahnärzte

Karies

Zahn

Sind schlechte Zähne vererbt?

Zunächst eine Frage, die uns beim Thema "Gute Zähne, schlechte Zähne" immer wieder gestellt wird: "Sind schlechte Zähne eigentlich vererbbar?" Vielleicht kennen Sie selber folgende Beobachtung: Der Freund oder die Freundin, die sich nie die Zähne putzen und trotzdem ein makelloses Gebiss haben; bei den eigenen Zähnen ist es dann leider umgekehrt: viel Pflege, viel Karies. Ist die Welt ungerecht? Ja.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Gene einen großen Einfluss darauf haben, ob wir Karies bekommen oder nicht. Trotzdem: Karies ist nicht erblich; wohl gibt es aber eine gewisse vererbbare Widerstandsfähigkeit gegen Karies, die wahrscheinlich nicht von einem, sondern von vielen Genen gesteuert wird.
Dies hat man erstens durch Versuche an Ratten in den 40er und 50er Jahren erhärtet. Ratten, wenn man sie einer gewissen Diät aussetzt, bekommen reproduzierbar bedingungen. Ergebnis: Einige bekamen sehr früh, andere viel später Karies. Durch Züchtung gelang es, die Unterschiede zu verstärken; es entstanden regelrecht kariesanfällige und -resistente Rattenstämme. Unterschiede: Anfällige Tiere bekamen Karies nach 35 Tagen, resistente Tiere unter gleichen Umweltbedingungen nach 500 Tagen.
Zweitens wurden sogenannte Zwillingsstudien gemacht. Dabei wurden eineiige Zwillinge miteinander verglichen, die nach der Geburt getrennt worden waren. Hier hatte man also die gleiche Genausstattung, aber Zahnpflege und Ernährung waren häufig sehr verschieden. Es zeigte sich, dass die Zähne bei den Zwillingen trotzdem häufig ähnlich gesund oder krank waren, unabhängig von den Umständen. Eineiige Zwillinge waren auch ähnlicher als zweieiige Zwillinge.
Wie beeinflussen die Gene nun die Gesundheit der Zähne?

Die Zahnmorphologie spielt eine Rolle, d.h. die Gestalt der Zähne. Alles, was zu mehr Plaqueanlagerung führt, ist schlecht: enge Stellung der Zähne oder enge Fissuren (die Spalten auf den Kauflächen) usw.
Ursache: In diese Furchen kommen die Borsten der Zahnbürste nur schlecht hinein, dort bleibt also Plaque übrig.
Zahnfehlstellungen sind Schätzungen zufolge zu 40 % auf genetische Ursachen zurückzuführen.
Es gibt ferner genetisch bedingte Unterschiede im Aufbau der Zähne. Eine Forschergruppe konnte zeigen, dass kariesfreie Personen ein anderes Muster der Apatitkristalle haben als kariesanfällige (s.o.); dies ist neben Ernährungsgewohnheiten auch auf genetische Einflüsse zurückzuführen
Es gibt biologische Abwehrfaktoren im Mund, die gegen Karies wirken; z.B. sind im Speichel Substanzen gelöst, die Bakterien bekämpfen ( u.a. Peroxidasen, Lysozym und Laktoferrin). Andere Bestandteile verhindern, dass sich die Bakterien an den Zähnen festhalten können (sekretorisches Immun-globulin A oder der Glukan-Anteil von Glykokonjugaten). Andere Wirkstoffe machen die Säuren schneller unschädlich.
Alle diese Punkte sind genetisch beeinflussbar, d.h. der eine hat zum Beispiel mehr Abwehrstoffe gegen Bakterien im Speichel als der andere oder gleichmäßigere Zähne, die leichter sauber zu halten sind.
Das heißt aber nicht, dass man sich auf seine Eltern herausreden kann, wenn man Karies hat. Ganz klar ist: Ein sauberer Zahn wird nicht krank!


Wie entsteht Karies?

Verursacher der Karies sind Bakterien: Milchsäurebakterien (Lactobazillen) und vor allem Streptococcus Mutans, ein rundes, unbewegliches Kleinstlebewesen. Zwar befinden sich in der Mundhöhle immer Bakterien, bis zu 250 Arten sogar (die aber fast immer unschädlich sind). Streptococcus mutans gehört aber nicht von Anfang an dazu, sondern er wird meistens von den Eltern übertragen, und zwar oft durch Löffel- oder Schnullerablecken. Karies ist also eigentlich eine Infektionskrankheit.
So gut wie alle Menschen haben Kariesbakterien im Mund. Wie gut sie gedeihen, dafür ist jeder selbst verantwortlich. Steuern kann man das vor allem durch den Zuckerkonsum, weil Streptococcus mutans und Konsorten nämlich auf Zucker angewiesen sind. Zum einen können sie sich ohne ihn gar nicht am Zahn anheften, denn die klebrigen Strukturen, die ihnen dabei helfen, sind auch aus Zuckern aufgebaut, aus den sogenannten Polysacchariden.

Dr. Maria Th. Koberg & Dr. Ulrich Koberg & Dennis Becker; Stiftr. 23, 32427 Minden. Tel.: +49571/23966; Fax.: +49571/25704
www.dr-koberg.de; Email: praxis@dr-koberg.de.
Letzte Aktualisierung: Fr., 16.04.2010 19:39